
Joseph Haydn (1732-1809)
London Trio Nr. 1 in C-Dur (1. Satz)
Allegro moderato
Hannah Alton, Violine
Paul Alton, Oboe
Cecilia Grieder, Violoncello
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
1. Suite für Violoncello solo (BWV 1007)
Courante
Cecilia Grieder, Violoncello
Nicolas-Charles Bochsa (1789-1856)
Rondo
Anja Nydegger, Harfe
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
2. Partita in d-moll für Violine solo (BWV 1004)
- Allemande
- Gigue
Hannah Alton, Violine
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sonate für Oboe solo in a-moll (Wq 132)
Poco Adagio (1. Satz)
Paul Alton, Oboe
Kurzvorstellung Kinderhospiz «Flamingo»
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Kanonisches Trio (BWV 1040)
Hannah Alton, Violine
Paul Alton, Oboe
Cecilia Grieder, Violoncello
Jean-Marie Leclair (1697-1764)
Sonate für zwei Violinen, op. 3/5
Gavotte (2. Satz)
Hannah Alton, Violine
Paul Alton, Oboe
Alphonse Hasselmans (1845-1912)
Sérénade mélancolique
1. Satz aus «Feuilles d’automne» op. 45
Anja Nydegger, Harfe
Joseph Haydn (1732-1809)
Duo für zwei Oboen Nr. 1, F-Dur
- Romanze
- Rondo
Hannah Alton, Violine
Paul Alton, Oboe
Deborah Henson-Conant (*1953)
Baroque Flamenco
Mix aus Variationen 2, 3 und 4
Anja Nydegger, Harfe
Alyssa Morris (*1984)
Brush Strokes für Trio
«Monet» (1. Satz)
Hannah Alton, Violine
Paul Alton, Oboe
Cecilia Grieder, Violoncello
Joseph Haydn (1732–1809) gilt als zentraler Architekt der klassischen Kammermusik. Im Allegro moderato des London Trio Nr. 1 zeigt sich seine Meisterschaft im motivischen Arbeiten: Das Thema wandert dialogisch zwischen den Stimmen, während klare Periodik und feine harmonische Wendungen eine elegante, zugleich überraschungsreiche Satzstruktur formen.
Johann Sebastian Bach (1685–1750) steht als Inbegriff barocker Polyphonie. Die Courante der ersten Cellosuite BWV 1007 verbindet tänzerische Energie mit linearer Klarheit: Sequenzen, motivische Verdichtungen und der fliessende Dreiertakt erzeugen eine Musik, die trotz virtuoser Figuration transparent bleibt.
Nicolas‑Charles Bochsa (1789–1856) war eine Schlüsselfigur der frühen romantischen Harfenkunst. Sein Rondo kontrastiert ein kantables Hauptthema mit brillanten Episoden, in denen Arpeggien, Läufe und Figurationen die idiomatische Virtuosität der Harfe exemplarisch vorführen.
Johann Sebastian Bach (1685–1750) schuf mit der Partita Nr. 2 BWV 1004 ein paradigmatisches Werk barocker Tanzsuiten. Die Allemande entfaltet weit gespannte Linien und subtilen Kontrapunkt, während die Gigue motivische Elemente zu hochenergetischer Bewegung bündelt. Beide Sätze zeigen Bachs Fähigkeit, Tanzformen in geistige Musik zu transformieren.
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) war ein Hauptvertreter des empfindsamen Stils und Wegbereiter der Klassik. Das Poco Adagio der a‑Moll‑Sonate für Oboe solo nutzt expressive Chromatik, rhetorische Pausen und weit gespannte Linien, um einen introspektiven, beinahe improvisatorischen Ausdruck zu erzeugen.
Johann Sebastian Bach (1685–1750) schrieb sein Kanonisches Trio BWV 1040 als Instrumentalsatz zur Kantate «Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd». Eng geführte Oberstimmen und klare Harmonik erzeugen kanonähnliche Dichte und eine leichte, tänzerische Transparenz.
Jean‑Marie Leclair (1697–1764) gilt als Begründer der französischen Violinschule und Vermittler zwischen italienischer Virtuosität und französischem Stilideal. Die Gavotte aus der Sonate für zwei Violinen, op. 3/5 verbindet ein klar konturiertes, tänzerisches Thema mit kunstvoll verzierten Dialogen der beiden Stimmen, wodurch Eleganz und Beweglichkeit in ausgewogenem Verhältnis stehen.
Alphonse Hasselmans (1845–1912) prägte als Virtuose und Pädagoge die französische Harfentradition der Belle Époque. Die Sérénade mélancolique aus «Feuilles d’automne» entfaltet kantable Linien über feinen, harmonischen Schattierungen; die melancholische Grundstimmung entsteht durch modale Färbungen und subtile chromatische Eintrübungen.
Joseph Haydn (1732–1809) formte mit seinen Kammerwerken die klassische Dialogkultur der Instrumente. Im Duo Nr. 1 für zwei Oboen in F‑Dur entfaltet die Romanze einen lyrischen Austausch der beiden Stimmen, getragen von schlichter Harmonik und kantabler Linienführung. Das abschliessende Rondo kontrastiert dies mit lebhafter Beweglichkeit, prägnanten Themenwiederholungen und spielerischer Artikulation.
Deborah Henson‑Conant (*1953) zählt zu den innovativsten Stimmen der zeitgenössischen Harfenmusik. Baroque Flamenco kontrastiert barocke Gesten mit flamencotypischer Rhythmik: Die Variationen 2–4 steigern sich von ornamentaler Eleganz zu perkussiver Virtuosität, wodurch die Harfe als hybrides, hoch expressives Instrument erscheint.
Alyssa Morris (*1984) gehört zu den prägenden Komponistinnen der jüngeren Bläserkammermusik. In «Monet», dem 1. Satz aus «Brush Strokes», übersetzt sie impressionistische Ästhetik in Klang: Schwebende Linien, modale Färbungen und weiche Texturen erzeugen eine musikalische «Lichtmalerei», in der die drei Stimmen atmosphärisch verschmelzen.